Die vom Seniorenbeirat der Stadt Landshut in Zusammenarbeit mit Tom Rogler im AWO-Mehrgenerationenhaus veranstalteten Erzählcafés „Landshut – damals und heute“ fanden bei Seniorenheimbewohnern großen Beifall.
Nachdem vor einem Jahr die erste Veranstaltung dieser Art sehr gut angenommen wurde, ließen es sich die Mitglieder des Seniorenbeirats der Stadt Landshut nicht nehmen, erneut in der Mobilität stark eingeschränkte Bewohnerinnen und Bewohner von fünf – bisher nicht berücksichtigten – Landshuter Altenheimen zu einem Erzählcafé der Initiative „Landshut – damals und heute“, einzuladen. Den aktuellen Anlass bot die von Tom Rogler kuratierte und organisierte Mitmachausstellung „Landshut und seine sieben Berge“ im Mehrgenerationenhaus der AWO Landshut.
Während der informativen, kurzweiligen Bilderschau, die sich vorrangig mit dem namensgebenden Thema der zugleich stattfindenden Ausstellung befasste, verfolgten am Mittwoch- und Donnerstag-Nachmittag rund 80 Heimbewohner mit ihren Betreuern die Ausführungen von Projektleiter und Moderator Tom Rogler. Im Verlauf einer gut einstündigen „Sieben-Berge-Tour“, die von Schlossberg über den Klausenberg zum Moniberg und zurück zur Weickmannshöhe führte, brachten mehrere aus Landshut stammende Besucher spontan kleine Anekdoten und lebhafte Erzählungen aus vergangenen Tagen ein. Beim Anblick des belebten Rodelhanges unterhalb von Hl. Blut schilderte beispielsweise eine Besucherin, dass sie als Jugendliche in den schneereichen 1950er Jahren mit dem Schlitten vom Hofberg ungebremst bis zur Martinskirche fahren konnte. Auch Helmuth Markowski, der sich als Schüler ab 1949 aktiv an Seifenkistenrennen auf der Neuen Bergstraße beteiligte, beeindruckte mit seinen lebhaften Schilderungen anhand von Fotografien, die er Tom Rogler zur Verfügung gestellt hatte. Diese spannende Zeitreise endete im Jahr 1954, als nämlich die Polizei das gefährliche Spektakel verbot. Und schließlich trug auch EVL- „Eishockey-Ikone“ Alois Schloder, der dem Referenten unterstützend zur Seite stand, durch sein detailreiches Wissen sowohl zur Geschichte des Eislaufsports als auch zur Landshuter Stadtentwicklung zum Erfolg der Veranstaltungen bei.
Perfekt vorbereitet und abgewickelt wurden die Erzählcafés vom erfahrenen Seniorenbeirats-Organisationsteam – beginnend mit der Planung des Fahrdienstes mit Bussen der Städtischen Verkehrsbetriebe über das Akquirieren von Kuchenspenden bis hin zur Betreuung und Verköstigung der Gäste. So ist es dem Seniorenbeirat der Stadt Landshut durch das ehrenamtliche Engagement seiner Mitglieder mit tatkräftiger Unterstützung des MGH-Koordinators gelungen, alte Menschen aus ihrem Heimalltag herauszuholen und einen erlebnisreichen, unterhaltsamen Nachmittag zu bereiten.
Das Format eines interaktiven Erzählcafés mit alten Ansichten und Gesprächen über den steten Wandel des Erscheinungsbildes der Stadt geht zurück auf eine Idee von Tom Rogler, der seit rund 20 Jahren alte Fotos von Landshut sammelt und in Ausstellungen und Vorträgen präsentiert. Dabei geht es dem erfahrenen Pädagogen nicht zuletzt auch darum, die Besucher zur Mithilfe beim Ausbau seines Archivs zu gewinnen.
Bildbeschreibung (von rechts nach links): Kurator der Mitmachausstellung „Landshut und seine sieben Berge“ und Erzählcafé-Moderator Tom Rogler, Co-Moderator Alois Schloder sowie die beiden stellvertretenden Vorsitzenden des federführenden Seniorenbeirats der Stadt Landshut Edeltraud Nuhn und Bernd Friedrich, die sich über den erfolgreichen Verlauf der gelungenen Seniorennachmittage freuten.
-Edeltraud Nuhn-